Der Tee-Meister und der Assassine

Ein Tee-Meister im alten Japan war berühmt für seine Tee-Zeremonien. Vor allem beeindruckte er die Leute mit seinem Hang zur Ästhetik, seiner Ruhe und seiner Sorgfalt. Doch in der Politik wurde er missverstanden und man unterstellte ihm, dass er gegen den Staat sei. So beschloss man also, ihm einen Assassinen zu schicken, der ihn umbringen sollte. Der Assassine täuschte einen Höflichkeitsbesuch vor und begehrte Einlass zum Tee-Meister. Dieser erkannte sofort, was der Assassine im Schilde führte und bat ihn, sein Schwert draußen zu lassen, da die Tee-Zeremonie Frieden symbolisiere und ein Schwert nur stören würde. Erbost weigerte sich der Assassine, schließlich sei er ein Krieger und ein Krieger führe sein Schwert immer mit sich, Tee-Zeremonie hin oder her. Schließlich erlaubte der Tee-Meister ihm, das Schwert zu behalten und sie begaben sich zur Zeremonie. Plötzlich stieß der Meister den Teekessel um. Heißer Dampf füllte den Raum und Kohlestückchen stoben umher. Der Assassine flüchtete vor Schreck aus dem Raum. Der Meister rief ihm hinterher: „Entschuldige bitte, das war mein Fehler. Du hast dein Schwert verloren. Nun ist es ganz dreckig und voller Asche. Ich werde es für dich reinigen und es dir dann geben. Komm zurück und lass uns Tee trinken!“ Da wurde dem Assassinen klar, dass er den Tee-Meister nicht so leicht umbringen könne und er beschloss, dies auch nicht mehr zu versuchen.

Verfasser unbekannt – frei nacherzählt

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