Die Sache mit dem Bauchgefühl

ap4bfaea22b2ca7_small1Sicher hast du auch schon davon gehört, dass du dich öfter mal auf deinen Bauch verlassen, Dinge aus dem Bauch heraus entscheiden sollst. Das ist ja schon schwer genug für unsere westliche Kultur, Entscheidungen – vor allem wichtige – aus dem Kopf in den Körper zu verlagern. Und kannst du dich dann überhaupt verlassen auf das, was deine Körpermitte dir sagt?
Zunächst ist es wichtig, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, damit die lauten Gedanken nicht die leise Stimme deines Bauches übertönen. Denke an einen See, dessen Grund du nicht sehen kannst, wenn das Wasser aufgewühlt ist. Die Stimme der Intuition erkennst du daran, dass sie ein sanftes, friedliches Gefühl mit sich trägt. Wenn du ihr intensiv lauschst, kann sich der Frieden über Freude bis zur Euphorie steigern. Du bist dann überzeugt, das Richtige zu tun.
Schlechte Ratgeber sind Angst und Sorge. Ängstliche, sorgenvolle Gedanken leiten dich meist in die Irre. Und wenn sie dich ausnahmsweise zur richtigen Handlung führen, hat diese meist eine viel schlechtere Qualität als wenn der Impuls aus einem friedlichen Gefühl heraus entsteht.
Zum besseren Verständnis ein Praxisbeispiel: Nehmen wir an, du hast morgen ein wichtiges Gespräch mit deinem Chef. Du machst dir Gedanken: “Er war in letzter Zeit schon so komisch zu mir. Er hat bestimmt gemerkt, dass ich in den vergangenen Wochen öfter zu spät zur Arbeit gekommen bin. Hoffentlich schmeißt er mich nicht raus. Was soll ich bloß tun ohne einen Job? Ich brauche doch das Geld! Das wird bestimmt ein furchtbares Gespräch!”
Du projizierst dich also hinein in das zukünftige Treffen mit deinem Chef und fühlst dich dabei schlecht. Nun könntest du dieses ungute Gefühl mit deiner Intuition, deinem Bauchgefühl verwechseln und in einem Anfall von Aktionismus alle möglichen Schritte unternehmen, die dir bei dieser scheinbar schrecklichen Begegnung irgendwie helfen könnten. Die Chancen stehen gut, dass du dadurch alles noch schlimmer oder überhaupt erst schlimm machst.
Beobachtest du hingegen deine Gedanken und distanzierst dich von ihnen, weil sie dich in Wirklichkeit genauso wenig persönlich betreffen wie ein vorbeiziehendes Gewitter, lässt du Ruhe in deinen Geist kehren. Du verrichtest dein Tagwerk bis zu dem Zeitpunkt, wo du deinem Chef tatsächlich gegenübersitzt. Erst jetzt, da die Situation tatsächlich eingetreten ist, agierst du aus der Ruhe heraus und lässt dich von deiner Intuition, die nun ungehindert zu dir durchdringen kann, führen.
Die Wahrscheinlichkeit ist nun ungleich größer, dass das Gespräch zu deiner Zufriedenheit verläuft.

Ein Gedanke zu „Die Sache mit dem Bauchgefühl

  1. Peter Demel

    Ein schöner Beitrag. Und ich bin auch Deiner Meinung. Nur ist es schwierig, wenn man aufgeregt ist, die Ruhe zu bewahren. Bei einem Gespräch mit dem Chef klopft einem das Herz so stark, dass man es spüren kann. Da ist das Beobachten von eigenen Gedanken wirklich sehr schwierig. In normalen Situationen, vor allem danach funktioniert es sehr gut, so dass man sich nicht so ärgert, oder man sich beruhigt.

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